Cast Iron Express − Ein erster Einblick

    Wissensbeitrag

    Software-as-a-Service Lösungen (SaaS) können einfach, bedarfsgerecht und ohne Betriebsaufwand genutzt werden. Einen Mehrwert bringen diese Lösungen jedoch nur dann, wenn sie mit bestehenden, im Unternehmen eingesetzten Anwendungen integriert werden. Ist es möglich die Integration von SaaS genau so einfach, bedarfsgerecht und ohne Betriebsaufwand zu realisieren?

    Cast Iron Express

    Genau dies versucht IBM mit Cast Iron Express zu erreichen, nämlich die Integration von SaaS insb. Salesforce.com unter Zuhilfenahme eines Integrationsangebots, das ebenfalls als SaaS bzw. Integration-Platform-as-a-Service bereitgestellt wird. Um erste Erfahrungen mit Cast Iron Express sammeln zu können wird ein 60 Tägiger Probezugang angeboten.

    Wenn zu integrierende Anwendungen On-Premise, also innerhalb des Unternehmens, betrieben werden, muss zusätzlich ein Secure Connector (SC) heruntergeladen und mit einer automatisch von Cast Iron Express erstellten Konfigurationsdatei konfiguriert werden. Ein SC wird dazu verwendet On-Premise Systeme mit Cast Iron Express zu verbinden und wird dazu auf einem Rechner im unternehmensinternen Netz installiert. Anschließend wird der SC gestartet. Kurz darauf befindet er sich im Status „Wird ausgeführt“.

    Integration in vier übersichtlichen Schritten

    Die Integration mit Cast Iron Express gestaltet sich in vier übersichtlichen Schritten:

    • Quellsystem wählen und konfigurieren
    • Zielendpunkt wählen und konfigurieren
    • Mapping der zu integrierenden Daten zwischen Quell- und Zielsystem erstellen
    • Integration Starten (Das Deployment geschieht automatisch)

    Das Mapping aus Schritt 3 wird dabei einfach durch Drag&Drop der Quelldaten zu den Zieldaten realisiert.

    Im Rahmen des Mappings ist es ebenfalls möglich die zu integrierenden Daten zu Formatieren oder abzuändern. Es können bspw. mehrere Eingangsfelder verkettet und in das entsprechende Zielfeld kopiert werden oder nur ein bestimmter Teil einer Zeichenkette kann in das Zielsystem übertragen werden.

    Welche Anwendungen werden aktuell unterstützt?

    Aktuell besteht die Möglichkeit mittels Cast Iron Express Datensätze zwischen Datenbanken und dem CRM Salesforce.com zu integrieren.

    Hierzu zählen:

    • DB2
    • MySQL
    • SQL Server
    • Oracle

    Neben Datenbanken als On-Premise Systeme werden FTP-Server unterstützt. Der dazu bereitgestellte FTP Endpunkt ermöglich es CSV Dateien auszulesen und deren Inhalt mit Salesforce.com zu integrieren. Zwar ist es mit Salesforce.com direkt möglich CSV Daten hochzuladen und auf die jeweiligen Felder zu mappen. Jedoch ist es mit Cast Iron Express, wie bereits erwähnt noch zusätzlich möglich die Daten anzupassen und sogar automatisiert – sobald die CSV Datei upgedated wird – in Salesforce.com einzuspielen.

    Cast Iron Express Praxisbeispiel : Migration von CSV Kontaktdaten zu Salesforce.com Accounts

    In diesem Abschnitt möchte ich meine ersten Erfahrungen im Umgang mit Cast Iron Express und dem neuen FTP Endpunkt mit Ihnen teilen.

    Der FTP Endpunkt bietet nun die Möglichkeit CSV Dateien auszulesen und dabei deren Formatierung anzugeben. Beispielsweise kann nun ausgewählt werden ob in der CSV Datei Kopf- und Fußzeilen vorhanden sind und welches Zeichen als Trennzeichen erkannt werden soll.

    Im Folgenden beschreibe ich, wie ich unter Zuhilfenahme des FTP Endpunktes, Kontaktdaten aus einer CSV Datei in Salesforce.com als Accounts importierte.

    Ich bin die zuvor beschriebenen vier Integrationsschritte durchgegangen:

    1. Quellsystem auswählen und konfigurieren

        a. FTP Endpunkt auswählen

        b. Verbindungsinformationen eintragen

        c. CSV Datei auswählen und die CSV Einstellungen des FTP Endpunktes konfigurieren

    2. Zielsystem wählen und konfigurieren

        a. Salesforce.com Anmeldeinformationen eintragen und Funktion „Objekte aktualisieren/einfügen “ auswählen

        b. Businessobjekt „Account“ auswählen

    3. Mapping konfigurieren

        a. Festlegung welche Quelldatenfelder auf welche Zieldatenfelder gemappt werden, siehe Abbildung 2

    4. Integration Starten

    Anschließend habe ich mich bei Salesforce.com angemeldet und überprüft, ob die Kontaktdaten aus der CSV Datei in Salesforce.com als Accounts angelegt wurden. Dies war leider nicht der Fall.

    Unter „Home“ existiert ein „Aktivitätsfeed“. Dort werden bspw. die Anzahl der integrierten Datensätze oder auch Fehler angezeigt. Es erschien lediglich, dass eine neue Integration erstellt wurde. Jedoch gab es keine Angaben darüber ob eine Integration durchgeführt bzw. ob ein Fehler aufgetreten ist.

    An dieser Stelle habe ich unsere guten Beziehungen zum Cast Iron Team genutzt und direkt mit einem Entwickler Kontakt aufgenommen, um dem vermeintlichen Fehler auf die Spuren zu kommen. Dabei ist herausgekommen, dass –da CI Express aktuell nicht für den Deutschen Markt angeboten wird – Umlaute noch nicht unterstützt werden. Dies wird aber sobald CI Express für den Deutschen Markt erhältlich ist kein Problem mehr darstellen. Nichtsdestotrotz wäre eine sinnvolle Fehlermeldung hilfreich gewesen.

    Nach Entfernen der Umlaute konnte die Integration erfolgreich ausgeführt werden. Die zu integrierenden Datensätze erschienen in Salesforce.com

    Fazit

    IBM hat mit Cast Iron Express einen vielversprechenden Weg eingeschlagen. Es ist nun möglich SaaS Lösungen und Datenbanken bzw. CSV Daten, mithilfe eines Integration-Platform-as-a-Service Angebots zu integrieren. Im Moment wird lediglich Salesforce.com als SaaS Lösung unterstützt.

    Die aktuell zur Verfügung stehende Lösung sehe ich insgesamt als einen guten ersten Versuch, der jedoch noch ausbaufähig ist. Beispielsweise könnten die Zahl der unterstützten Systeme ausgebaut und die Möglichkeiten zur Fehlersuche verbessert werden.

    Abschließend sehe ich jedoch viel Potential in Cast Iron Express und freue mich schon auf die nächsten Neuerungen.

    Autor

    Wolfgang Schmidt
    GeschäftsführerX-INTEGRATE Software & Consulting GmbHKontakt