Business Process Management und Enterprise Service Bus

    Konkurrenz oder gute Freunde? (Wissensbeitrag - Teil 2)

    Im letzten Beitrag habe ich mich bereits mit der Frage befasst, worin die Stärken von BPM und ESB liegen. Dieses Mal werde ich mich verstärkt damit beschäftigen, wie man diese Stärken nutzen und kombinieren kann, um komplexe Prozesse einfacher und effektiver auszuführen.

    Besonders gut ist dies am Beispiel der Automatisierung von Prozessen erkennbar.

    Automatisierung von Prozessen

    Sicher könnte man sich vorstellen, die Geschäftsprozesse, die das Ausfüllen eines Formulars benötigen, mit Hilfe von Anwendungen mit Nutzeroberfläche über ein ESB zu steuern und so auch die menschlichen Aufgaben abzudecken. Doch die Entwicklung solcher Anwendungen ist oft aufwendig. Daher bleibt es meist effektiver, alles weiterhin über Post und E-Mail direkt abzuwickeln und den Prozess ohne ein System im Hintergrund aufzusetzen.

    Genauso gut könnte man Prozessschritte einrichten, in denen ein Mensch die Datenbankeinträge manuell anlegt. Doch ist es dafür notwendig, dass ein Mitarbeiter die Zeit hat, diesen Schritt auszuführen, obwohl es auch genauso gut automatisch ablaufen könnte.

    Viele BPMS besitzen daher bereits eingeschränkte Fähigkeiten zur Automatisierung von maschinellen Prozessschritten. In einfacheren Fällen mag das bereits ausreichend sein., Dennoch: doch wWäre es nicht schön, analog zu einem ESB auch in einem BPMS die Sicherheit zu haben, dass die Nachrichten ankommen? Unabhängig davon, ob die benötigten Systeme zum Zeitpunkt der Ausführung verfügbar sind, so wie es in einem ESB der Fall ist??

    Wie man hier bereits sieht Der Gedanke, beide Technologien hierfür zu kombinieren, liegt dabei nicht fern. wäre eine Kombination der beiden Technologien eine optimale Lösung. Und Tatsächlich ist dies in den meisten Fällen auch die beste Lösung.

    Eine erfolgreiche Symbiose

    Nutzt man ein ESB gemeinsam mit einem BPMS, so ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die Orchestrierung der Prozessschritte wird von dem BPMS übernommen, während der ESB die im Hintergrund nötigen Schritte automatisch durchführt. Dabei kann man von den vergleichsweise übersichtlichen Modellen des BPM Gebrauch machen und damit leicht sehen, wie ein Prozess abschneidet.

    Zudem könnte die serviceorientierte Architektur des ESB ausgenutzt werden, um beispielsweise die Ausfallsicherheit der automatischen Prozessschritte zu erhöhen oder die Ausführung der Prozessschritte selbst zu beschleunigen.

    Fazit: Wann lohnt sich die Kombination – und wann nicht?

    Die Architektur von ESB und BPM sind für sich bereits sehr mächtig. In einfachen Geschäftsprozessen gibt es entsprechend oft Situationen, in denen das eine oder andere bereits vollkommen ausreichend ist.

    Person arbeitet am Computer

    Wird ein Webshop zum Beispiel von nur einer Person betrieben, die zugleich den gesamten Bestellprozess wie auch das Verschicken der Ware übernimmt, wird ein ESB vermutlich vollkommen ausreichen. Auch mit einem BPMS werden viele Anforderungen bereits abgedeckt, wenn nur wenige Anwendungen angebunden sind, so dass auch dieses als einzelnes System bereits genügen kann.

    Werden die Prozesse allerdings komplexer und beinhalten Handlungen vieler unterschiedlicher Personen und Systeme, so ist eine Kombination der beiden Systeme in jedem Falle die Mühe wert.

    Ausblick

    Da ESB und BPMS sich so gut ergänzen gibt es bereits einige Lösungen, die schon auf eine gemeinsame Nutzung ausgelegt sind. Doch wie sieht so etwas am Ende aus? In meinem nächsten Beitrag werde ich ein konkretes Beispiel aufgreifen.

    Ich freue mich auf Ihre Meinung, auf Fragen und eigene Erfahrungswerte!

    Autor

    Wolfgang Schmidt
    GeschäftsführerX-INTEGRATE Software & Consulting GmbHKontakt